Zwicken tun nur die Mädels! …. und ihre Unterwäsche!

Im Kindergarten war alles noch so einfach. Es gab Baumwollunterwäsche und dicke Wollstrumpfhosen. Die Mutti hat morgens alles fein rausgelegt und wir haben nach etwas Zetern nachgegeben und die modische Totalkatastrophe doch angezogen. Heute ist alles komplizierter. Ok, ich bin froh, dass meine Mutter sich nicht durch meine Unterwäsche wühlt und schaut was es da so zu finden gibt, denn die Auswahl ist heute auch etwas anders als noch vor 26 Jahren.

Ey, nicht zwicken!

Das haben die Jungs im Kindergarten immer gesagt. Aber Zwicken war so oder so verpönt, weil das ja die Mädchen gemacht haben und die sind ja bekanntlich eklig. Tja, wir Mädchen sollten unsere Rechnung dafür bekommen.

Spätestens in der Schule, so etwa Mittelstufe, war es ganz und gar uncool in den ollen Baumwollschlüpfern und stoppeligen Wollstrumpfhosen rumzulaufen. In der Sportumkleide hat man neidisch auf den neuen BH der Freundin geschielt während man selbst noch im Unterhemdchen rum stand.

Aber irgendwann füllte sich dann das eigene Schubfach mit schöner neuer Unterwäsche. Polyester, Spitze und Satin verdrängten Baumwolle und der erste String kam auch bald. Jetzt war man endlich erwachsen… naja, zumindest so angezogen. Aber wer hätte gedacht, dass einen BH zu finden eine Wissenschaft sein kann? Oder, dass dieser blöde String so doof verrutscht, dass alles Hüpfen und Zappeln ihn nicht mehr in die Position zurück bringt, in der man ihn gern hätte?

Atmungsaktiv sind viele der tollen Höschen auch nicht und man ist froh, wenn am Wochenende nichts ansteht und man seine „Granny Panties“ anbehalten kann. Und schon hat man wieder altbekannten Komfort aus Kindertagen.

Warum nicht jeden Tag? Ja warum unterwerfen wir uns diesem Wahn? Na wegen der SSL – der sichtbaren Sliplinie! Dank Woody Allens Film „Der Stadtneurotiker“ wurde diese kleine Unebenheit am Po einer Frau zur „allerschrecklichste Modesünde“ erklärt. Seitdem erzittert jede Dame, die ein enges Kleid trägt aber sich weigert, einen String darunter zu tragen.

Also lassen wir uns, der Ästhetik wegen, von unserem Slip kneifen, zwicken und scheuern. Wenn jetzt noch der Bügel vom BH anfängt zu pieksen, kann es kaum noch besser werden. Und so zupfen, zappeln und verbiegen wir uns durch den Tag.

Das nächste mal, wenn mich meine Unterwäsche wieder einmal daran erinnert, dass sie mehr Optik als Nutzen hat, werde ich einfach anfangen zu brüllen: „EY NICHT ZWICKEN!“

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